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Stollenhelden-Blog

1. FC Family: Warum unsere Familie wie ein Fußballverein funktioniert

1. FC Family: Warum unsere Familie wie ein Fußballverein funktioniert

Blogbeitrag von
Michele!

„Weißt du Mama, ich fühle mich nicht nur bei euch zuhause, sondern auch in meiner Mannschaft“, klärte mich mein D-Junior kürzlich über den Stellenwert seines Fußballteams auf. Je länger ich darüber nachdachte, umso plausibler erschien mir der Vergleich: Zusammenhalten, füreinander da sein, sich gegenseitig unterstützen – das sind Werte, die nicht nur in der Familie, sondern auch auf dem Platz zählen. Und auch andersherum wird ein Fußballschuh draus: Denn unsere Familie funktioniert letztlich doch auch nicht viel anders als ein Fußballverein.

Die Rolle des D-Junioren im Familienverein ist recht eindeutig: Das gesamte Team bemüht sich nach Kräften, dem aufstrebenden Jungstar das Leben einerseits möglichst angenehm zu gestalten, andererseits aber auch dafür zu sorgen, ihm das charakterliche Rüstzeug für die große weite Welt mit auf den Weg zu geben. Verzogene Nachwuchskicker gibt es da draußen schließlich schon genug.

Zeugwart, Physio und „Emotional Leader“ in Personalunion

Als unser Bundestrainer den lädierten Bastian Schweinsteiger für das Aufgebot der WM in Brasilien nominierte, ging ein Raunen durchs Land: „Wie kann man nur? Der ist doch nicht fit?“. Einige körperliche Blessuren waren zwar nicht von der Hand zu weisen aber die Rolle, die der Kapitän auf und vor allem neben dem Platz spielen sollte, blieb davon ja unangetastet. Bastian Schweinsteiger war der „Emotional Leader“. Bei uns in der Familie bin ich das: Mama. Mutter. Mutti. Mamaaaaaaaa!!!

Der wichtigste Job, den eine Emotional Leader Mama nun einmal hat, ist da zu sein, wenn man sie braucht und sich auch nicht für die Jobs zu schade zu sein, die erst einmal nicht der angestammten Führungsrolle entsprechen. Innerfamiliär bin ich diejenige, die immer anspielbar ist – und zwar als Psychologin, Zeugwärtin, Busfahrerin und Physio in Personalunion. Ich bin zwar nicht überall auf, aber überall neben dem Platz zu finden: im Keller, in der Küche, im Bad, auf dem Sofa oder im Auto. Ich bin das Ein-Frau-Team hinter dem Team und so ganz nebenbei die einzige, bei der die Stars auch einmal Schwäche zeigen und ein Tränchen verdrücken dürfen. Ob ich meinen Job liebe? Ja, denn ich kann ihn gut.

Der Stratege am Spielfeldrand

Zumindest besser als unser Chef-Stratege. Mein lieber Mann sieht sich gerne als der Carlo Ancelotti der Familie – auch wenn er statt eines internationalen Star-Ensembles eine rheinische D-Jugend trainiert. Im Privaten sorgt sein “Quiet Leadership” allerdings immer wieder dafür, dass ich seinen Job mit übernehmen muss. Er ist offensichtlich zu sehr mit grundsätzlichen taktischen Überlegungen beschäftigt, um auch die Alltags-Probleme der anderen Funktionsträger im Blick zu behalten. Anders kann ich mir nicht erklären, warum ich bis heute trotz zahlreicher Ermahnungen immer wieder über seine nicht ausgepackte Trainingstasche im Flur stolpere. Was ich ihm lassen muss: Die Kader- und Terminplanung hat er voll im Griff und bei Auswärtsfahrten vermeidet er dank Rotationsprinzip gekonnt Streitereien um die besten Plätze im Auto. Für unsere Familien-Trainingslager findet er immer wieder die schönsten Locations: Und Urlaub ist wichtig, das ist reinstes Familien-Team-Building. Davon haben wir alle etwas.

Von Ultras und Kiebitzen

Wir haben ja nicht nur Leute auf dem Platz, wir haben auch Fans. Ach, was sage ich: Fans? Wir haben einen echten Ultra in unseren Reihen. Unsere Jüngste unterstützt ihren Bruder bedingungslos. Er ist für sie (noch) der Größte, Beste, Coolste. Er darf foulen, im Abseits stehen, Zweikämpfe verlieren, ihre letzten Spaghetti essen, ihre Bilderbücher wegräumen, die Tür zu seinem Zimmer abschließen oder morgenmuffeln. Ein Ultra sieht darüber hinweg. Es ist ein Spiel, es ist ihr Spiel und das lässt sie sich von niemanden vermiesen, auch nicht vom Hauptdarsteller.

Der steht stattdessen in letzter Zeit vermehrt unter Beobachtung. Unsere interne Scouting-Abteilung besteht aus einem der klassischen Kiebitze, die mit Bleistift und Kreuzworträtsel bewaffnet so tun, als wollten sie ihre Ruhe haben. In Wahrheit beobachten sie jedoch das ganze Familienspiel-Spektakel bis ins letzte Detail. Leuten wie unserem Opa entgeht nichts: Er sieht, wenn die Jüngste für die Außentemperaturen zu nachlässig gekleidet ist, er moniert den fehlenden Hausaufgaben-Einsatz des großen Bruders und überhaupt weiß er die Arbeit der Teamleitung mindestens so zu schätzen wie er sie zu kritisieren weiß. Der Kiebitz kennt das ganze Spiel von allen am längsten: Er ist die gute Seele des Familienvereins und seine Meinung wird von wirklich allen Teammitgliedern respektiert.

Ich liebe meinen Familienverein: Danke, dass ich mich immer auf euch verlassen kann. <3