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Stollenhelden-Blog

Die Positionsfrage – Basisausbildung vor Spezialisierung?

Die Positionsfrage – Basisausbildung vor Spezialisierung?

Blogbeitrag von
Michele!

Als Mutter dachte ich immer, dass mein Sohn mit seiner Rolle als Abwehrspieler sehr zufrieden ist. Jedoch habe ich bis vor kurzem noch nie so richtig hinterfragt, wie es überhaupt dazu kam. Im Gespräch mit meinem Mann stellte sich heraus, dass die Kids, die sich neu für das Team anmelden, auf die Frage, welche Aufgabe sie auf dem Platz übernehmen möchten, meistens die gleiche Antwort geben: Tore schießen! Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die offensiven Spieler meistens als Helden des sportlichen Erfolgs gefeiert werden. Doch Fakt ist, dass nicht alle Spieler in der Offensive spielen können, und die Defensivaufgaben mindestens genauso wichtig sind. Wie finden die Kids also zu ihrer Position und wie früh ist eine Spezialisierung überhaupt sinnvoll?

Basisausbildung als Grundstein

In den jüngeren Jahrgängen wollen die Trainier, dass sich die Kids möglichst individuell ausprobieren können. Dann wird von Spiel zu Spiel und auch in den Trainingseinheiten getauscht, experimentiert und getrickst. Denn Basiselemente wie die technischen Fähigkeiten, Förderung der Spielintelligenz und die koordinative Ausbildung sollten bei allen Kindern gleichermaßen angelegt werden. Klar, schauen die Trainier, wo die individuellen Stärken der einzelnen Kicker liegen, und wer sich eventuell für welche Position eignen könnte. Der eine spielt präzise Pässe und empfiehlt sich als Mittelfeldspieler, der andere ist so schnell unterwegs, dass er seine Stärken ideal auf den Außenpositionen zur Geltung bringen kann. Dabei geht es aber auch darum, dass die Kinder ein Gefühl dafür entwickeln, was ihnen liegt und woran sie Spaß haben. Denn durch persönliche Erfolgserlebnisse finden sie oft ihren eigenen Weg zur richtigen Position. Kinderfußball_Eltern_Trainer_Position_Taktik_Aufstellung

Mannschaftsdienlichkeit als Motivation

Trotzdem scheinen besonders die defensiven Positionen in jungen Jahren oft unbeliebt. Die meisten Kids entwickeln erst im Laufe der Zeit ein Verständnis dafür, dass eine funktionierende Abwehr genauso entscheidend für den Erfolg der Mannschaft ist, wie vorne die Tore zu erzielen. Aus diesem Grund versucht unser Trainer die Abwehr immer zusätzlich zu bestärken, getreu dem Motto: Der Sturm gewinnt Spiele, die Abwehr gewinnt Meisterschaften! Außerdem bejubelt der Trainer einen gehaltenen Ball oder eine gelungene Abwehraktion genauso, wie das erzielte Tor.

Belohnung als Anreiz?

In einigen Mannschaften kommen auch Belohnungen zum Einsatz, um den Spielern einen weiteren Anreiz zu liefern, ihr Bestes zu geben. Bei uns werden Belohnungen jedoch lediglich für eine gelungene Teamleistung und an alle Mitglieder der Mannschaft vergeben, um keinen individuell zu bevorteilen. Aus diesem Grund begrüßt es unser Trainer auch nicht, dass die Eltern Tore ihrer Kinder mit Geld oder Süßigkeiten zusätzlich belohnen.

Flexibilität fördern!

Bei uns in der Mannschaft haben die meisten Spieler, so wie auch mein Sohn, ihre Positionen mittlerweile gefunden. Es kann jedoch immer mal vorkommen, dass im Laufe der Zeit ein Außenverteidiger nochmal zum Mittelfeldspieler wird. Doch wenn die Kids alle eine gute Basisausbildung haben, kann der Trainier in diesem Punkt flexibel agieren und die Mannschaft optimal auf das nächste Spiel oder den nächsten Gegner einstellen.