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Stollenhelden-Blog

Digitale Mannschaftsorganisation im Jugendfußball –  der Soccer Mum gefällt das

Digitale Mannschaftsorganisation im Jugendfußball – der Soccer Mum gefällt das

Blogbeitrag von
Michele!

Menschen meiner Generation wissen noch, was für eine mühselige Angelegenheit eine Telefonkette ist – mein Nachwuchskicker kann sich dagegen schon gar nicht mehr vorstellen, wie eine Welt ohne Smartphones und Internet-Flatrates überhaupt funktionieren konnte. In Sachen Mannschaftsorganisation hat bei uns die Digitalisierung längst Einzug gehalten und für mich steht fest: Allen Bedenken in Sachen Datenschutz und Handysucht zum Trotz ist unsere WhatsApp-Gruppe ein einziger Segen.

Klare Regeln – auf dem Platz und in der WhatsApp-Gruppe

In der Mannschaft meines Sohns werden nahezu alle organisatorischen Fragen über eine WhatsApp-Gruppe geklärt: Trainings- und Spieltermine, Aufstellung für das nächste Spiel, Spielabsagen oder -verlegungen – Anlässe gibt es genug und ich mag gar nicht darüber nachdenken, was es bedeuten würde, wenn ich für jede Info einen Anruf oder einen Infobrief bekommen würde. Mitglieder in unserer Gruppe sind der Trainer und die Eltern der D-Junioren – und eine Ausnahme in Person eines Jugendspielers, dessen Eltern bislang „noch“ kein WhatsApp haben. Wie auf dem Platz gibt es auch in unserem Chat klare Regeln. Die wichtigste lautet: Spiel- und Trainingsabsagen der Nachwuchskicker haben dort nichts verloren. Wer nicht zum Training oder Spiel kommen kann, muss das dem Trainer immer persönlich mitteilen. Das hilft nicht nur dem Datenschutz, sondern auch der Disziplin und Zuverlässigkeit. Schluss machen per WhatsApp ist nicht! Ausnahmen: keine!

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Warum WhatsApp das persönliche Gespräch weder ersetzt noch verdrängt

Immer wieder höre ich besorgte Stimmen von Eltern und Großeltern, die befürchten, dass die digitale Kommunikation via Smartphone & Co. den persönlichen Kontakt und das direkte Gespräch verdrängt. Ich finde, dass auch hier klare Regeln helfen: Wenn es in unserer Jugendmannschaft Probleme zu besprechen gibt, dann ist mittlerweile allen Beteiligten klar, dass WhatsApp dafür nicht das geeignete Mittel ist. „Mittlerweile“ muss ich schreiben, weil wir in der Vergangenheit leider doch einmal den Fall hatten, dass sich eine Familie in der Gruppe den Frust darüber von der Seele geschrieben hat, dass ihr Sohn zu wenig Spielzeit bekäme. Diesen Konflikt in den öffentlichen Chat zu tragen, war keine gute Idee. Stattdessen empfiehlt es sich, WhatsApp organisatorisch zu nutzen. Einen Termin mit dem Trainer vereinbaren? Okay! Das klärende Gespräch? Immer persönlich unter vier oder sechs Augen. Ausnahmen auch hier: keine!

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400 Nachrichten täglich – und kein Ende

Der direkte Kontakt zwischen Trainer und Eltern leidet nicht durch unsere WhatsApp-Gruppe. Ich bin aber gespannt, wann unser Trainer-Eltern-Chat durch einen Trainer-Mannschafts-Chat ersetzt wird – und was dann statt unserem beschaulichen Grüppchen Einzug hält. Von älteren Mannschaften kenne ich schon wilde Geschichten über Chats, die mit mehr als 400 Nachrichten pro Tag explodieren und in denen lustige Bildchen und langatmige Diskussionen über Paul Pogbas neue Schuhe selbst geübte Scroll-Daumen vor harte Aufgabe stellen. Die Suche nach sinnvollen Infos wird zur Geduldsprobe. Und das nervt! In unserem lahmen Elternchat werden dagegen höchstens mal ein paar süße Fotos vom letzten Spieltag geteilt, aber bis jetzt haben diese „Privataktivitäten“ noch nie den eigentlichen Gruppenzweck überlagert.

Komfort vs. Datenschutz

Für mich überwiegen eindeutig die positiven Effekte: Die Organisation wird einfacher und es gibt keine langen Telefonketten mehr, wenn das Training wegen Regen ausfällt oder handgeschriebenen Listen, wer auf dem nächsten Turnier den Kuchenverkauf übernimmt. Einzig in Sachen Datenschutz bleibt bei mir ein kleines Fragezeichen. Wenn Eltern grundsätzliche Bedenken haben, WhatsApp zu benutzen, kann ich das durchaus verstehen und auch in Sachen Fotonutzung in den digitalen Kanälen müssen wir uns sicherlich noch mehr Gedanken machen als wir es bislang tun. Sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen, bleibt eine stetige Aufgabe – nicht nur im Fußballverein, aber auch dort.