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Stollenhelden-Blog

Jugendfußball: 7 Trainertypen, die alle Eltern kennen

Jugendfußball: 7 Trainertypen, die alle Eltern kennen

Blogbeitrag von
Max Zielke!

Das Wichtigste vorweg: Jugendtrainer, ihr seid die Größten! Ich danke euch für eure kostbare Freizeit, die ihr für den Nachwuchs opfert, für eure Leidenschaft, mit der ihr auf und neben dem Platz begeistert und dafür, dass ihr den jungen Kickern meist noch viel wichtigere Dinge beibringt, als einen sauberen Flachpass zu spielen: Zusammenhalt, Fairplay, Teamgeist!

Ein kleines Lächeln kann ich mir trotzdem nicht verkneifen, weil es auch unter euch Typen gibt, denen man immer wieder begegnet. Höchste Zeit also für eine Typologie der Jugendtrainer:

Der Taktik-Fuchs

Bis tief in die Nacht liest er sich auf spielverlagerung.de in die neuesten Taktik-Konzepte ein – seine Bambinis stürzen sich trotzdem immer noch im Knäuel auf den Ball. Kopfzerbrechen bereitet ihm, dass seine Schützlinge bei der 0-10-0-Formation bleiben, obwohl er doch ein sauberes 4-2-3-1-System auf die Taktiktafel in der Kabine gezaubert hat. Eins ist klar: Training am Ball ist bis auf Weiteres gestrichen, stattdessen gibt es Taktiktheorie am Reißbrett!

Der Emotionale

Ihm geht es weniger um Fußball als um die emotionale Aus- und Weiterbildung seiner Mini-Kicker: Spielzeit wird nicht nach dem Leistungs-, sondern ausschließlich nach dem Gerechtigkeitsprinzip vergeben. Ein Alptraum für übermotivierte Fußball-Eltern. In der Halbzeit baut er sein Team auch bei einem 0:7-Rückstand noch mit Engelsgeduld und hyperinflationären High-Fives auf. Den Bio-Pausentee, der dabei getrunken wird, baut er im eigenen Garten an.

Ein Albtraum für alle übermotivierten Fußball-Eltern: der emotionale Jugendtrainer-Typ.

Der Trainingsanzug

Egal, wann und wo du ihn triffst, er trägt immer seine ballonseidene Arbeitskleidung mit leicht abblätterndem Sponsorenaufdruck. Das Trainerdasein ist für ihn kein Hobby, sondern schon seit Jahrzehnten Berufung. In seiner Stadt ist er bekannt wie ein bunter Hund. Es kursieren Gerüchte, zuhause sei er schon vor Jahren rausgeflogen und wohne seitdem im Vereinsheim.

Der Beinahe-Profi

Wäre da nicht sein schlimmes Knie, hätte es bei ihm selbst auf jeden Fall zu einer Profi-Karriere gereicht. Das lässt er auch jeden wissen, egal ob er gefragt wird oder nicht. Warum er sein umfangreiches Fußballwissen an den Nachwuchs weitergibt? Einer seiner Schützlinge soll das schaffen, was ihm verwehrt blieb: der Weg nach ganz oben!

Jugendfußball ist seine Passion und einer seiner Schützlinge soll es ganz nach oben schaffen: der Beinahe-Profi.

Der Schleifer

Bei ihm steht vor jeder Ballberührung die absolute körperliche Fitness. Das bedeutet: Montags nach Schulschluss trifft sich die F-Jugend zum Waldlauf, aber zackig! Weicheier haben in seiner Mannschaft nichts zu suchen, daher spielt er beim Abschlussmatch im Training auch immer mit und grätscht jedes Teammitglied einmal persönlich um. Eltern-Proteste werden mit einer despektierlichen Bemerkung über die verweichlichte Jugend weggewischt. Statt Kruzifix hängt über seinem Bett ein Bild von Felix Magath.

Der Schleifer erwartet absolute körperliche Fitness - auch im Jugendfußball!

Der Choleriker

Eine zum Glück fast ausgestorbene Spezies, die bei Schiris ungefähr so beliebt ist wie José Mourinho bei Pep Guardiola: Schon beim Anpfiff des D-Jugend-Freundschaftsspiels hat er Puls wie andere beim Elfmeterschießen im Champions League-Finale und spätestens beim ersten Gegentor ist er auf 180. Gegnerische Spieler, Trainer und Eltern sind vor seinen Wutausbrüchen ebenso wenig sicher, wie die Werbetonne vor Jürgen Klinsmann. Fazit: Braucht kein Mensch.

Der Laptop-Trainer

Mehmet Scholl hält rein gar nichts von ihm: Selbst kann er kaum einen Ball geradeaus schießen, aber technisch ist er voll auf der Höhe. Videobeobachtung mit Smartphone und App gehört bei ihm zum Standard-Training und aufgestellt wird streng nach einem Koeffizienten aus Antrittsgeschwindigkeit, Zweikampfquote und Laktatwerten. Fußball ist ein einfaches Spiel? Nicht für ihn!

Wenn du herausfinden möchtest, welcher Trainertyp in dir steckt, ist dieser Test vielleicht das richtige für dich. Und wenn du aktuell den Sportprofessor in dir entdeckst, findest du bei der Fairplayliga eine Zusammenfassung der Diplomarbeit von Robert Freis. Der Diplomsportlehrer, Inhaber der DFB A-Lizenz und freie Sportjournalist untersuchte bereits 2005 im Rahmen seiner Diplomarbeit an der Sporthochschule Köln die Verhaltensweisen von Trainern und Eltern der E- und F-Junioren im Bereich Fußball. Aus seinen Erkenntnissen formuliert er Tipps für Trainer und Eltern, die sich auch auf die meisten anderen Sportarten übertragen lassen.