Deutsche Telekom AGErleben, was verbindet.

Stollenhelden-Blog

Kinderfußball bei Wind und Wetter: von Schlammschlachten und Regengüssen

Kinderfußball bei Wind und Wetter: von Schlammschlachten und Regengüssen

Blogbeitrag von
Michele!

Dass die graue Jahreszeit Einzug hält, merke ich immer zuerst an den Schlammspuren bei uns im Flur. Der Spruch, dass es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung gibt, mag zwar abgedroschen sein, aber auf meinen D-Junioren passt er wie die Faust aufs Auge: Das Wetter, was ihn vom Fußballplatz fern hält, muss noch erfunden werden. Während wir Eltern uns mit kritischem Blick gen Himmel noch fragen, ob das Training wegen anhaltender Regengüsse wohl ausfällt, fiebern die Nachwuchskicker bereits einer gepflegten Schlammschlacht entgegen.

Meinem Sohn sind die Witterungsbedingungen beim Fußballspielen völlig egal. Wenn er gemeinsam mit seinen Mannschaftskameraden über den Platz rennen und gegen den Ball treten kann, ist er ohnehin „on fire“ und damit auf Betriebstemperatur. Je größer die Pfützen und Schlammlöcher auf dem Platz, desto enthusiastischer wird gegrätscht und gerutscht. Die Jungs können an keiner Pfütze vorbei gehen, ohne mindestens die Stollenschuhe einzutauchen – Wasser und Matsch üben magische Anziehungskräfte auf sie aus. Kinderfußball bei Wind und Wetter.

Helikoptereltern und Schönwetterfußballer

Bei den Trainingseinheiten und Spielen unserer D-Junioren stehen noch verhältnismäßig viele Eltern am Spielfeldrand. Bei gutem Wetter zumindest: Wird es nass und ungemütlich, kapitulieren wir Eltern reihenweise. Ich will ehrlich sein: Ich kann mir auch schönere Beschäftigungen vorstellen als bei 4 Grad im Nieselregen am Spielfeldrand zu stehen. Problematisch wird die Geschichte sowieso erst dann, wenn einige übervorsichtige Eltern ihre eigenen Frostbeulen auf die Kinder übertragen und sie auf keinen Fall bei schlechtem Wetter spielen lassen wollen, da sie ansonsten krank würden. Das ist der gleiche Elterntypus, der seine Kinder derart dick eingepackt aufs Feld schickt, dass sie sich kaum bewegen können. Beim Pausenpfiff rennen sie auf den Platz und packen den Nachwuchs in eine noch viel dickere Jacke ein. Eins steht fest: Von alleine werden Kinder nicht zu schöngeföhnten Schönwetterfußballern. Ich überlasse die Kleidungswahl in der Regel meinem Junior selbst. Er weiß am besten, wie er sich wohl fühlt und sollte er auf dem Platz frieren – was bei dem ganzen Gerenne kaum möglich ist – wird er von sich aus nach einem zusätzlichen Shirt fragen.

Was die Entscheidung angeht, ob es überhaupt auf den Platz geht oder nicht, verlasse ich mich ganz auf das Urteil der Trainer und Verantwortlichen. Trainingseinheiten fallen bei uns eigentlich nur aus bei:

•Sturm & Gewitter

•Extremen Minustemperaturen

•Unbespielbarkeit des Platzes

Ansonsten gilt, dass frische Luft bei jedem Wetter gut tut und dass es eher auf die richtigen Trainingsübungen und angemessene Kleidung ankommt. Das bedeutet: motivierende Übungen, die die Kinder in Bewegung halten und atmungsaktive Funktionskleidung im Zwiebellook.

Schlammschlacht trifft Waschmaschine

Apropos Kleidung: Mein Sohn liebt es, mit seinen Freunden nach der Schule noch eine Runde auf der Wiese zu kicken. Während ich im Sommer lediglich Grasflecken bekämpfe, braucht es in der grauen Jahreszeit regelmäßig wahre Wunder, um die Klamotten wieder in einen vorzeigbaren Zustand zu versetzen. Wenn mir in dieser Jahreszeit eine Sache das Leben leichter macht, dann ist es die zunehmende Verbreitung von Kunstrasenplätzen. Das Granulat aus den Haaren meines Nachwuchskickers zu bürsten ist zwar auch ziemlich nervig, aber immer noch besser, als eine dicke Matschkruste aus seiner Kleidung zu kratzen. Das andere Ende der Skala: Ascheplätze! Es ist wirklich kein Spaß, den Trikotsatz einer kompletten Mannschaft nach einem Spiel auf nasser Asche wieder irgendwie sauber zu bekommen. Da kann ich die Waschmaschine eigentlich auch direkt in Rente schicken.

Kicken in der Kälte stärkt die Abwehrkräfte

Unsere Kinder bei schlechtem Wetter entsprechend anzuziehen und zu schützen, ist selbstverständlich wichtig. Mit dem richtigen Outfit spricht aber in meinen Augen rein gar nichts gegen eine Runde Fußball bei Wind und Wetter: Wenn die Kinder draußen spielen, macht sie das nicht krank, sondern es stärkt ihre Abwehrkräfte. Wer die Bazillen und Viren aus Kita-Zeiten einmal überlebt hat, dem ringen Kälte und Regen ohnehin nur ein müdes Schulterzucken ab. Und spätestens wenn mein frisch gebadeter D-Junior nach einer ausgiebigen Regenschlacht mit einem heißen Kakao in der Hand (und ich mit einem Glühwein) zufrieden auf dem Sofa sitzt, weiß ich, dass kicken in der Kälte nicht nur gesund ist, sondern auch Spaß macht!