Deutsche Telekom AGErleben, was verbindet.

Stollenhelden-Blog

Pubertier-Alarm: wenn Mama plötzlich peinlich wird

Pubertier-Alarm: wenn Mama plötzlich peinlich wird

Blogbeitrag von
Michele!

Als ich meinen Sohn letztens vom Bolzplatz abgeholt habe, wurde mir in Sekundenbruchteilen alles klar: Warum mein D-Junior neuerdings auf die Frisur achtet, bevor er zum Kicken geht. Warum er Papas Parfum auflegt. Und warum er klamottentechnisch den Swag aufdreht, statt sich in den gleichen Trainingsfummel wie immer zu werfen. Denn an diesem Tag sah ich sie das erste Mal am Fußballplatz: Mädchen! Und nein, nicht die Mädchen aus dem Verein, sondern andere. Fremde. Kichernd und tuschelnd standen sie dicht gedrängt am Spielfeldrand und taxierten die kickenden Objekte der Begierde aufs Genaueste. Auf der einen Seite ganz süß, auf der anderen Seite ist schon ein komisches Gefühl, dass wir Familienmitglieder nicht mehr die einzigen Fans am Rande sind.

Kabinenverbot und Männerschweiß

Ich gehöre jetzt also zu einem für mich neuen Club: Ich habe ein Pubertier zuhause! Jede Mutter weiß seit Kleinkindtagen, dass dieser Moment kommen wird. Der Moment, an dem Mama nicht mehr die unangefochtene Nummer eins im Kader sein wird. Das ist auch gar nicht schlimm. Es macht mich sogar stolz, wenn ich sehe, wie der Nachwuchs langsam erwachsen wird. Nur: Es muss ja nicht ganz so schnell gehen…

Bis vor kurzem war es noch völlig normal, dass wir Mamas – natürlich mit kurzer Ankündigung – nach dem Training oder Spiel in die Kabine der Jungs stiefelten, um die dreckigen Sachen in die Wäschebeutel zu stecken. Heute sieht es ganz anders aus: Die Kabine ist für uns Tabu! Mütterfreie Zone! Insbesondere weil mittlerweile bei uns Duschpflicht herrscht. Darüber bin ich übrigens hocherfreut, denn die heiligen Hallen riechen nach richtigem Männerschweiß. Der Einsatz des väterlichen Parfums kommt also auch nicht von ungefähr.

Rebellen auf und neben dem Platz

Woran man auch merkt, dass der Hormonhaushalt meines Nachwuchskickers und seiner Kollegen ordentlich in Bewegung ist: Immer öfter gehen die Jungs auf Konfrontationskurs. Zuhause geraten wir bevorzugt über den Klassiker aneinander: Zimmer aufräumen. Aber auch auf dem Fußballplatz kommt das pubertäre Verhalten zum Vorschein: Auf einmal wird diskutiert, wer nach dem Training die Bälle einsammelt und auch der Trainer ist nicht mehr unantastbar: So kassiert mein lieber Mann immer öfter alberne oder coole Sprüche, mit denen ihn seine D-Junioren aus der Fassung bringen wollen. Schüchtern war gestern, heute gilt es, die eigene Stellung in der Mannschaft zu untermauern. Manchmal bewundere ich meinen Mann, wie ruhig er bei frechen Antworten und flapsigen Sprüchen bleibt – vielleicht, weil er sich selbst ein wenig darin wiederfindet. Er greift erst ein, wenn die Jungs zu sehr über die Stränge schlagen und dabei die Sportlichkeit auf der Strecke bleibt: So haben einige der Kicker nach einem der letzten Spiele nicht mit dem Schiedsrichter abgeklatscht, weil er sie angeblich verpfiffen hat. Das hätten sie vor gar nicht allzu langer Zeit noch nicht getraut. Hier brauchte es dann einige mahnende Worte des Trainers, um die aufmüpfige Truppe wieder einzufangen.

Auf dem Fußballplatz statt auf der Straße abhängen

Bei meinem Jungen ist viel in Bewegung: körperlich, geistig und emotional. Er ist auf dem Weg zum Erwachsenwerden und in meinen Augen braucht er auf dieser Reise sowohl Grenzen als auch Unterstützung und Verständnis. Besonders froh bin ich, dass es bei aller Veränderung eine Konstante gibt: seine Leidenschaft für den Fußball.

Andere Jugendliche in seinem Alter haben ihre Hobbys und Interessen aus Kindertagen längst verloren. Sie hängen mit ihren Freunden rum oder sitzen den ganzen Tag zu Hause und spielen am PC oder an der Konsole. Meinem Sohn tut der Sport gut. Er kann sich bewegen und hat einen guten Ausgleich zum Sitzen in der Schule. Seine überschüssige Energie und Emotionen wird er auf dem Spielfeld los und er lernt viel über den Wert von Verantwortung und Disziplin. Ich weiß, mit wem er wo ist und wenn er abends nach Hause kommt, hat er sich so ausgepowert, dass er keine Lust mehr darauf hat, irgendwelchen Blödsinn anzustellen. Der Fußball ist unser Fels in der pubertären Brandung und ich wünsche mir, dass er uns als solcher noch lange erhalten bleibt.