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Stollenhelden-Blog

Rotation im Jugendfußball: Ein Muss?

Rotation im Jugendfußball: Ein Muss?

Blogbeitrag von
Michele!

Der beste Freund meines Sohnes war nach dem letzten Ligaspiel sehr enttäuscht, da er nur in den letzten fünf Minuten zum Einsatz kam. Denn obwohl er einer der Leistungsträger der Mannschaft ist, hat mein Mann einem Spieler aus der zweiten Mannschaft den Vorzug gegeben. Dieser hatte sich in den vergangenen Wochen durch hervorragende Leistungen in den Fokus gespielt und sich seine Chance im ersten Team verdient, erklärte mir mein Mann im Nachhinein. Doch es hätte ihm trotzdem leidgetan, den Freund unseres Sohnes nur kurz aufs Feld zu schicken.

Gleichverteilte Einsatzzeiten für alle?

Bei uns im Verein werden die Spielanteile nach Möglichkeit gleichberechtigt verteilt. Aus diesem Grund sind die Mannschaften auch in zwei Leistungsklassen eingeteilt. Damit haben alle Kinder nicht nur die Chance zu trainieren, sondern auch Spielpraxis zu sammeln. Natürlich hat jeder Trainer seine Stammspieler, aber darüber hinaus werden bei uns immer zwei unterschiedliche Einwechselspieler hinzugezogen, die je nach Leistung im Training und Trainingsbeteiligung variieren. Wie bereits eingangs erwähnt, gibt mein Mann auch Kindern aus der zweiten Leistungsklasse die Chance, sich in der „stärkeren“ Mannschaft zu beweisen. Das soll ihnen den Ansporn geben, am Ball zu bleiben und schafft gleichzeitig auch eine gesunde Konkurrenz für die Spieler aus der höheren Leistungsklasse, die sich nicht auf ihrer Position ausruhen können. RotationTrainerLeistungGleichberechtigungEntwicklung Die erfolgreiche Umsetzung des Rotationsprinzips ist jedoch oftmals von äußeren Einflusskriterien abhängig. Zunächst muss man für Rotation natürlich genügend Spieler zur Verfügung haben. Da werden Krankheit, Verletzungen und Geburtstage schnell zu unberechenbaren Faktoren.

Mit einer eingespielten Mannschaft zum Erfolg?

Gegen das Prinzip der Rotation spricht das altbekannte, von Sir Alfred Ramsey geprägte Erfolgsrezept „Never change a winning Team“, welches auch heute noch von einigen Trainern angewandt wird. Ich kann auch verstehen, dass eine Mannschaft, die Woche für Woche die Gelegenheit bekommt, gemeinsam aufzulaufen, das Positions- und Kombinationsspiel schnell verinnerlicht und gewisse Automatismen auf dem Platz besser funktionieren. Meiner Meinung ist es aber gerade im Kinder- und Jugendfußball wichtig, dass nicht nur der Erfolg im Mittelpunkt steht. Die Kids sollen Spaß am Fußball haben und auch die Gelegenheit bekommen, sich zu verbessern. Das gelingt, so glaube ich, neben gezieltem Training in erster Linie durch Einsätze bei den Spielen.

Alternativen schaffen!

Trotz der Einteilung in Leistungsklassen wird es immer Spieler geben, die auch in der zweiten Mannschaft häufig nur durch Einwechslungen zu Spielzeit kommen. Um Unruhe und Missmut entgegenzuwirken und den Spaß am Spielen aufrechtzuerhalten, werden vom Verein häufiger Freundschaftsspiele oder Sportfeste organisiert. Bei den Veranstaltungen bekommen diese Spieler dann deutlich mehr Spielanteile und es sollte selbstverständlich sein, dass alle Kinder zum Einsatz kommen. Insbesondere, weil die Mannschaftsgröße im Verlauf der Jugend häufig steigt, ist es wichtig, alle Spieler bei Laune zu halten. Ansonsten kann der Verein schnell vor der Problematik stehen, viele unzufriedene Spieler für den Spielbetrieb zur Verfügung zu haben, wenn man immer nur die „Besten“ aufbaut.

Unmut vorbeugen!

Um Ärger, Diskussionen und Enttäuschung vorzubeugen, schickt unser Trainer das Aufgebot für die Spiele immer schon einige Tage im Voraus per Mail an die Kicker. Damit können Überraschungen und schlechte Laune beim Spiel vermieden werden, und wenn die Spieler sich ungerecht behandelt fühlen, kann das in Ruhe mit dem Trainer besprochen werden.