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Stollenhelden-Blog

Strafenkatalog? Über Verhaltensregeln im Nachwuchsfußball

Strafenkatalog? Über Verhaltensregeln im Nachwuchsfußball

Blogbeitrag von
Michele!

Mein Mann begegnet den Kids in seiner Rolle als D-Jugend-Trainer mit großem Verständnis, schließlich soll der Spaß am Kicken im Vordergrund stehen und dazu gehören auch gewisse Freiheiten. Mit dieser Strategie ist er auch meist sehr gut gefahren, und einen festen Strafenkatalog gibt es im Team noch nicht. Neulich brachte ihn allerdings eine Situation, die sich in ähnlicher Form bereits mehrfach in dieser Saison ereignete, auf die Palme: Gleich zwei Spieler fehlten bei einer wichtigen Trainingseinheit. Soweit so ärgerlich, doch die beiden hatten zuvor nicht abgesagt. Vorm Spiel am darauffolgenden Wochenende sprach er dann mit den Jungs. Der eine hatte einen Friseurtermin, der andere musste sich neue Schuhe kaufen. Zu den ohnehin schon fragwürdigen Begründungen stellt sich meiner Meinung schon die Frage, ob man sich dann nicht im Vorfeld entschuldigen kann, damit sich die Mannschaftskameraden auf ihr Fehlen einstellen können. Und natürlich musste mein Mann reagieren. Eltern TrainerStrafenDisziplinSanktionen

Keine Disziplin, keine Spielzeit!

Nach kurzer Erklärung teilte der Trainer den Jungs mit, beim heutigen Spiel nur auf der Bank sitzen zu dürfen. Natürlich waren die Beiden enttäuscht, akzeptierten die Strafe aber ohne großes Murren. Die Beiden gehören zu den Leistungsträgern des Teams, doch nur aufgrund der guten spielerischen Leistungen in der Vergangenheit auf eine Strafe zu verzichten, wäre meiner Meinung nach nicht richtig gewesen. Ich glaube, dass die Jungs in Zukunft kurz Bescheid geben, sollte dem Training etwas Wichtiges im Weg stehen. Anders verhält es sich bei uns im Verein mit dem Thema Verspätungen. Die Jungs werden oft noch von den Eltern zum Training gefahren. Somit wäre es falsch, die Kinder dafür zu bestrafen, wenn der Trainingsbeginn verpasst wird, schließlich können sie das pünktliche Erscheinen nur bedingt beeinflussen. Kommt es wiederholt zu Verspätungen, wird ein Gespräch mit den Eltern gesucht.

Von lästigen Pflichten für die Kids

Besonders schwer tun sich einige Jungs mit dem Thema Aufräumen: Meist ist nur ein kleiner Teil des Teams dazu bereit, das Trainingsequipment nach Ende der Einheit wegzuschaffen. Da kam es in der Vergangenheit auch schon vor, dass ein Junge, der sich wiederholt davor drückte und immer der erste war, der in die Kabine gerannt ist, auch einmal dazu aufgefordert wurde, ganz alleine aufzuräumen. Ich finde es wichtig, dass die Kinder lernen, sich gegenseitig zu helfen und ein Verantwortungsbewusstsein entwickeln. Denn auch hier zählt Teamgeist! Seit der letzten Saison herrscht im Team außerdem Duschpflicht. Zwar hält sich der Großteil an die hygienische Vorgabe, aber sobald die Chance des Schwänzens besteht, wird sie genutzt. Neulich musste der Trainer krankheitsbedingt vertreten werden, und prompt fanden sich nur zwei Kicker unter der Dusche wieder. Konsequenzen gab es danach zwar keine, dennoch wurde in der folgenden Trainingseinheit darüber gesprochen.

Provokante Jubelarien?

Die wichtigste Regel ist aber vor allem der Respekt. Nicht nur untereinander und gegenüber dem Trainer, sondern vor allem auch den Kontrahenten gegenüber. Selbstverständlich sollen sich die Kids über erzielte Tore freuen, und dazu gehört ein ausgelassener Jubel. Sollte es aber (hoffentlich wieder in der nächsten Saison) zu einem Kantersieg kommen, bin ich der Meinung, dass ein Treffer zum 7:0 nicht überheblich zelebriert werden muss. Dass auch die Vorbilder aus Bundesliga und Champions League in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen ist offensichtlich, schaut man sich die Jubelchoreografien à la Ronaldo und Griezmann an. Wie es umgekehrt aussieht, mussten wir in dieser Saison erleben. Der Trainer des Gegners hatte mit seiner Mannschaft gewettet, dass sie mindestens 10 Tore gegen uns schießen würden. So schrie er nach jedem Tor „Nur noch 9…nur noch 8…“ und so weiter. Das fand ich ziemlich traurig und überflüssig.

Ohne Regeln geht es nicht!

Die Kids sollten Spaß am Fußball haben, da verbietet es sich meiner Meinung nach, die Freude durch übermäßige Einschränkungen zu verderben. Ganz ohne Regeln geht es aber natürlich auch nicht. In unserem Team wird vermutlich in der kommenden Saison ein Regelkatalog verabschiedet. Ich denke, dass es wichtig ist, die Regeln gemeinsam festzulegen und darüber zu sprechen, warum alle davon profitieren, sich an die Vorgaben zu halten. Ich glaube, dass dadurch viele Unstimmigkeiten und Enttäuschungen im Team vermieden werden können.