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Stollenhelden-Blog

Von Spielgemeinschaften bis Schul-AGs: Rezepte gegen den Spielermangel im Jugendfußball

Von Spielgemeinschaften bis Schul-AGs: Rezepte gegen den Spielermangel im Jugendfußball

Blogbeitrag von
Michele!

Jeder, der wie wir in einem kleinem Verein aktiv ist, kennt das Problem: Mal gibt es nicht genug Jugendtrainer, ein anderes Mal zu wenige Nachwuchsspieler – oder es ist genau anders herum. In unserem Dorfverein standen wir in den letzten Jahren immer mal wieder vor der Situation, dass wir ein paar zusätzliche Spieler gut gebrauchen konnten. Doch wie lösen Vereine den Spielermangel im Nachwuchsbereich? Ich möchte euch heute davon berichten, wie wir neue Nachwuchskicker in den Verein gelotst haben und warum die Kooperation mit Schulen einen Ausweg für viele Clubs sein kann.

Fußball Schule Kinderfußball

Wanted: Neue Kicker für die Nachwuchsmannschaften

Im Club meines D-Junioren funktioniert die älteste Lösung nach wie vor am besten: Freunde werben Freunde. In fast jedem Team gibt es irgendeinen Spieler, der einen fußballinteressierten Freund, Nachbarn, Cousin oder Klassenkameraden hat. Meistens reicht es, diese Kandidaten einmal am Training schnuppern zu lassen, um sie endgültig mit dem Fußball-Virus zu infizieren. Wenn es dann doch mal brenzlig wird und die Kinder fehlen, um eine Mannschaft voll zu kriegen, hängt unser Verein Plakate in der Schule, im Supermarkt und im örtlichen Kiosk aus. Hier bei uns auf dem Land funktioniert diese „Offline-Werbung“ immer noch sehr gut.

Spielgemeinschaften: Die pragmatische Nachbarschaftshilfe

In manchen Jahrgängen sind wir allerdings so schwach aufgestellt, dass wir trotz Werbung nicht genügend Spieler zusammen bekommen. Die Lösung: Unser Verein hat für diese Mannschaften eine Spielgemeinschaft mit einem Club aus dem Nachbarort gegründet. In der Praxis bedeutet das: Die Kids bleiben Mitglied in ihrem Stammverein und behalten auch dort ihr Spielrecht, es wird jedoch eine gemeinsame Mannschaft gebildet, die auch am Spielbetrieb teilnimmt. Trainiert wird im fairen Wechsel: eine Woche bei uns im Ort, in der nächsten Woche im Nachbardorf. Was sich erst einmal nach Notlösung anhört, funktioniert für unseren Verein sehr gut. Die Fahrerei hält sich in Grenzen, die Kinder fühlen sich immer noch „ihrem“ Club zugehörig und der administrative Aufwand für die beteiligten Vereine ist sehr überschaubar.

Schul-AGs: Vorteile für Schulen, Vereine – und die Kinder

Wir arbeiten also mit anderen Vereinen zusammen, bislang aber noch nicht mit Schulen. Das Modell kennen wir trotzdem sehr gut – und zwar vom Handball! Ich habe ja schon ein paar Mal davon erzählt, dass mein Sohn eine kurze Affäre mit den Jungs hatte, die den Ball mit den falschen Extremitäten bearbeiten. Und das kam so: Einerseits gab es auch bei ihm eine Freunde-werben-Freunde-Geschichte. Ein guter Kumpel von ihm ist nämlich begeisterter Handballer. Den entscheidenden Impuls hat jedoch eine AG gegeben, die ein großer Verein in der Schule meines Sohns angeboten hat. Der Verein hat dafür junge Handballer in die Schulen geschickt, die dann einmal wöchentlich – natürlich kostenlos – in den Hallen der Schule mit den Kindern ein Handballtraining veranstaltet hat. Im nächsten Schritt gab es dann über die Kinder Werbezettel für die Eltern und schließlich sogar Turniere für alle AGs aus den umliegenden Schulen – diese wiederum in den Hallen des Vereins, der sich dann direkt um die größten Talente bemühte und ihnen kostenlose Schnupperstunden anbot. Ja, das Angebot war genauso ausgeklügelt und super umgesetzt wie es sich anhört – und der Verein hat darüber viele neue Mitglieder gewonnen.

Fußball Schule Kinderfußball

Sind Kooperationen mit Schulen also auch eine Option für Fußballvereine mit Nachwuchsmangel? Auf jeden Fall! Unser Club nutzt diese Möglichkeit zwar noch nicht, weil wir aufgrund mangelnder Größe noch etwas den Aufwand scheuen, aber ich kenne zahlreiche Vereine in unserer Region, die erfolgreich mit Schulen zusammenarbeiten. Kein Wunder, denn von der Zusammenarbeit profitieren alle Beteiligten:

• Die Schulen verbessern kostenlos ihr Sportangebot, entlasten ihre Lehrer und gewinnen bei den Schülern an Anerkennung.

• Die Vereine sorgen für Fußballnachwuchs, gewinnen neue Mitglieder und lernen bestenfalls sogar noch in Sachen Sportpädagogik dazu.

• Am meisten aber freuen sich die Kinder über ein zusätzliches Bewegungsangebot, das ihnen Spaß macht – das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Kleiner Tipp zum Abschluss: Arbeiten Schulen mit Vereinen zusammen, können sie in vielen Bundesländern sogar öffentliche Fördergelder beantragen – und auch der DFB belohnt jede Kooperation!

Mehr Infos gibt es hier: https://www.dfb.de/schulfussball/