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Stollenhelden-Blog

Zwischen Schule und Freizeitstress: Überforderte Jugendfußballer?

Zwischen Schule und Freizeitstress: Überforderte Jugendfußballer?

Blogbeitrag von
Michele!

Als mein Nachwuchskicker am ersten Tag nach den Sommerferien seinen frischen Stundenplan in den Händen hielt, war die Erleichterung erst einmal groß: „Puh, zum Glück habe ich montags lange Schule.“ Zum Glück, weil dienstags und donnerstags Fußballtraining angesagt ist. Käme er an diesen Tagen erst um 16 Uhr nach Hause, dürfte er natürlich trotzdem zum Training, aber es wäre ganz schön stressig! Mir liegt es nämlich am Herzen, dass er nach der Schule erstmal in Ruhe ankommt, wir gemeinsam essen und etwas erzählen, und er sich nach einer wohlverdienten Pause an die Hausaufgaben setzt. An Trainingstagen macht er sich dann fertig zum Sport, an den anderen Tagen hat er die Nachmittage frei zur Verfügung – und das finde ich richtig und wichtig. Schule, Sport, Ehrenamt, Jugendgruppen & Co. – der Kalender von manch einem Zwölfjährigen ist so voll wie der eines Managers! Wir Eltern müssen höllisch aufpassen, dass für unsere Kinder in der Freizeit auch wirklich noch etwas freie Zeit übrig bleibt. Es gilt, sie zu fördern, aber nicht zu überfordern!

Überforderung Hobbys Schule Fußball

Warum Chillaxen wichtig ist!

An seinen freien Nachmittagen trifft sich mein D-Junior mit Freunden, fährt Fahrrad, geht Bolzen – oder hängt manchmal auch einfach nur rum. Und auch das finde ich legitim: Die Kinder haben mit der Schule wirklich viel zu tun und ihnen wird einiges abverlangt. Deswegen finde ich es sehr wichtig, dass sie auch einfach mal nichts tun dürfen. Sein geliebter Fußball ist ein super Ausgleich zur Schule, aber weitere Hobbys, die feste Zeiten in Beschlag nehmen, wären uns als Familie zu stressig. Natürlich ist es toll, wenn Kinder auch noch ein Instrument lernen oder sich sozial engagieren, aber es ist genauso wichtig, darauf zu achten, dass kein Freizeitstress ausbricht. Nicht so zeitintensiv, aber trotzdem wichtig, ist meinem Sohn sein Engagement als Messdiener. Gerne würde er sich mit Zeitungsaustragen auch noch etwas Taschengeld dazu verdienen, aber bevor wir ihm das auch noch erlauben, warten wir erst einmal ab, wie das neue Schuljahr so läuft.

Einen Sport, aber den richtig

Nicht nur Sprach-, Tanz- und Instrumentenkurse locken als weitere Freizeitaktivitäten, sondern natürlich auch andere Sportarten: Mein Sohn hat beispielsweise vor zwei Jahren mal beim Handball reingeschnuppert – zunächst über eine Schul-AG und dann mit einem Freund in einem Verein. Da haben wir alle schnell gemerkt: Das ist zu viel für uns alle! Zwei weitere Nachmittage verplant, doppelte Fahrerei für uns Eltern und noch weniger Freizeit für das Kind. Hinzu kamen Spieltermine, die sich ständig überschnitten, so dass mein Sohn entweder Fußball oder Handball spielen konnte, aber nie beides. Gerade zwei Mannschaftssportarten lassen sich schlecht miteinander vereinbaren, denn ein Team lässt man immer irgendwie im Stich und man wird keinem gerecht. Unser Junge hat sich schnell dafür entschieden, wieder ganz auf den Fußball zu setzen. In seinem Team gibt es allerdings einige Mannschaftskollegen, die bis heute zwei Sportarten nachgehen. Und natürlich gibt es dementsprechend auch immer wieder Absagen, die Trainer und Mitspieler ärgern – entweder in der einen Mannschaft oder der anderen.

Überforderung Hobbys Schule Fußball]

Die richtige Anzahl der Hobbys? Das Kind entscheidet mit!

In meinen Augen ist es für alle entspannter, wenn sich die Kinder auf eine Sache konzentrieren – und zwar mit Vollgas – oder sich die Hobbies so über die Woche verteilen, dass an jedem Tag neben der Schule nur noch eine andere Aktivität ansteht. Wenn die Kinder abgehetzt zum Musikunterricht kommen, weil sie vorher noch Fußball, Tennis oder Schwimmen hatten, haben sie nicht mehr viel davon.

Wir fahren mit dieser Vorgehensweise auf jeden Fall ziemlich gut: Fokussierung auf ein Hobby mit Leib und Seele, dazu etwas Messdiener-Ehrenamt und die Schule als „Hauptberuf“. Wie viel Hobby genug ist, sollten die Kinder auf jeden Fall mitentscheiden. Sie haben in jedem Alter eine eigene Meinung und es lohnt sich, darauf zu hören – und auch zuzulassen, dass sie sagen dürfen, wenn ihnen der Freizeitstress zu viel wird. Denn überfordern möchte ganz sicher kein Elternteil sein Kind und dafür ist es wichtig, ihnen regelmäßige Ruhepausen zu gönnen, in denen sie Jugendliche sein können, die einfach nur mal abhängen!